Offener Brief an die KollegInnen in unserer Stadt Jena
von Uwe Förster - Mitglied der Projektleitung
Lebensnahes und verbindendes Lernen mit dem Projekt „Das größte Mathebuch der Welt in Jena“ in komplexer Einbindung unserer vielfältigen und beispielhaften bunten Schullandschaft Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
I.
als Projektleiter „Das größte Mathebuch der Welt möchte ins Guinnessbuch“, erlaube ich mir, Ihnen auszugsweise einige meiner Gedanken zu diesem ehrgeizigen Projekt mitzuteilen. Ich hoffe, Ihnen Denkanstöße geben zu können, die in Klarheit untersetzen, welch Potentiale dieses Projekt für die Ebene LEBENDIGES LERNEN aufweist. Sie erhalten pro Schule unmittelbar nach den Herbstferien eine DVD zum Projekt „Adam Rießiges Mathematikbuch“ vom 18.9.08 an der Regelschule „Alfred Brehm“ in Lobeda. Eine Dienstberatung bietet sicher die Möglichkeit, auszugsweise oder auch vollständig in die praktische Umsetzung der Brehmerjaner einzutauchen, um auf das im Mai geplante große Event auf der Stadtrodaer Straße einzustimmen. Ich bin mir sicher, dass Ihnen bewusst ist, dass jeder Schüler beginnend mit der ersten Klasse für dieses Projekt Akteur sein kann und auch zu begeistern ist. Somit natürlich auch jeder Kollege benötigt wird, um dieses 5000 m lange Mathebuch für Jena, in Jena und mit Jena zu gestalten. Jena als Stadt der Wissenschaften wird durch diesen Guinnessweltrekord eine weitere positive Außenwirkung weit über Thüringens Grenzen hinaus platzieren. Unser gemeinsames TUN wird verdeutlichen, in einer Stadt zu leben, die pulsiert, kreativ ist und außergewöhnliche Dynamik entwickelt, wenn ihre Menschen aktiv in Einbindung stehen. Unser Schulamtsleiter Herr Fügmann unterstützt diese Aktion bewusst mit Engagement und gewährt allen Schulen unseres Schulamtsbezirkes Jena-Stadtroda an diesem Tag der geplanten praktischen Ausführung einen Projekttag, um gemeinsam am Erfolg teilzuhaben. Als weitere Anlage zu diesem Schreiben erhalten Sie zwei mal zwei Plakate, Plakat 1: „Hol dir den Preis“, Plakat 2: „ Aus klein mach groß“ (Die Auslieferung erfolgt über den Schulverteiler und wird allen Schulen nach den Herbstferien verfügbar sein) Genug der Vorrede, nun einige Argumente für das Lernpotential in den einzelnen Fächern:
II. Fach Englisch: a) Erarbeitung der Anmeldeformalitäten in englischer Sprache durch Projektarbeit am Angergymnasium (Anmeldung muss in London erfolgen und ist bereits vollzogen) b) Jede Schule bekommt noch vor den Herbstferien als Email diese Anmeldung zugestellt, so dass jeder Englischlehrer die Möglichkeit hat, Textbausteine in seiner Unterrichtsarbeit entsprechend der Entwicklungsstufe seiner Schüler einzubinden. c) Die Beschäftigung mit anderen, schon erreichten Guinness-Weltrekorden, bietet vielschichtige Möglichkeiten für einen interessanten und abwechslungsreichen Unterrichtsbaustein. III. Fach Musik: a) Auf Grund der zugestellten Plakate „Hol dir den Preis“ erfahren alle Schüler unserer Stadt über die Möglichkeit, sich am Rap-Wettbewerb zu beteiligen. Eigene Raps zu mathematischen Themen bieten Chancen, am 30.3.09 ( 450. Todestag von Adam Ries) auf der großen Bühne unseres nächsten Mathefestes in der RS Brehm das zweistündige Bühnenprogramm als Akteure (Künstler) mit eigener Kreativität zu bereichern. Somit ihre Raps vor einem großen Publikum zu präsentieren. An unserer Schule gestalten wir nun schon über mehr als einem Jahrzehnt hinweg solche Schulfeste unter Einbindung von freiwilligen Schülerauftritten. Es ist für mich immer wieder Faszination pur, erleben zu dürfen, welche Potentiale und Talente in unseren Schülern schlummern, wenn sie Dinge tun, die sie tun wollen! b) Das Openair-Spektakel auf der großen Bühne im Stadion wird für alle Straßenakteure so angelegt sein, dass es die außergewöhnliche Vielfalt und Farbenbreite unserer Jenaer Schullandschaft reflektiert und zugleich in Rückschau fünfzig Jahre Rockgeschichte erlebbar werden lässt. Von Beatles (Coverband aus Berlin) über Rolling Stones über Punk, deutsch- und englischsprachig (Punkband aus Saarbrücken), Techno bis hin zu Hip Hop wird für jeden Musikgeschmack etwas dabei sein, was gefällt. In den kurzen Pausen, während der Bandwechsel, kommt es zu Auftritten von Tänzern, die wiederum Vielfalt platzieren werden. IV. Fach Kunsterziehung:
Die Konzeptgrundlagen der quadratischen Buchseiten (z.B. im Format 40cmx40cm), die rein inhaltlich im Matheunterricht Erarbeitung zum eigens gewünschten Thema finden, werden im Kunsterziehungsunterricht z.B. in drei verschiedenen Farbenspielvarianten gestaltet. Bei der Präsentation dieser Varianten hat selbstverständlich der Kunstlehrer Gelegenheit, mit den in den Klassen unterrichtenden Deutschkollegen zu kooperieren, um die Kurzvorträge (Lernebene Deutschunterricht) vorzubereiten. Ich persönlich empfinde es als wichtig, wenn Schüler eigene subjektive Farbempfindungen in Sprache hüllen. An der Regelschule A. Brehm gehen wir bei der Farbgestaltung der Konzepte so vor, dass Künstler unserer Stadt im Monat November/Dezember direkt in die Unterrichtsarbeit involviert werden. So gelingt es, über Workshops den Brehm-Schülern Hilfe von AUSSEN in Paarung mit den eigenen Kunstlehrern zu gewähren und so unterrichtsbereichernde Sphären zu schaffen, die das AUSSEN mit dem INNEN beim Lernen verbindet. Begeistert hat mich persönlich der Einblick in die schon laufenden Arbeiten an der Grundschule Rodatal in Lobeda. Mit einer ersten Klasse benutzte man Papierquadrate (1mx1m) und gestaltete aus Blättern
mit den Schülern Zahlen und Figuren, so dass ein mathematisch untersetztes Naturerleben für die Erstklässler stattfand und wahre Begeisterung beim Lernen hervorrief. V. Fach WRT: Der Unterricht in diesem Fach bietet sich zweifelsfrei an, um für die Umsetzung der Konzepte und somit „Buchinhalte“ auf der Asphaltdecke für jeden Schüler individuelle Arbeitshilfen aus z.B. Kunststoff, Holz, Pappe oder auch Kork herzustellen. So kann die gestalterische Umsetzung der Originale in hoher Qualität zeitsparend und zeiteffizient am Tag der praktischen Ausführung umgesetzt werden. VI. Fach Deutsch: Das Fach Deutsch bietet natürlich auch in Vielschichtigkeit breite Möglichkeiten für dieses Projekt an – ich beschränke mich auf zwei Gedanken. a) Erarbeiten von Briefen, die von Schülern geschrieben werden, um Sponsoren für dieses Projekt zu aktivieren. Wenn Schüler hier in Deutlichkeit ihre Wünsche in Bezug auf das Zustandekommen äußern, kann sich dies durchaus bei ortsansässigen Unternehmen positiv hinsichtlich ihrer Sponsorenaktivität auswirken. Das Internetportal der IGS Grete Unrein bietet hierzu eine Datei, aus der immer aktuell ableitbar ist, welche Unternehmen schon Projektsponsoren sind, um Mehrfachkontaktierungen auszuschließen. b) Da in Absprache mit der Presse diese regelmäßig über den notwendigen Stand der Vorbereitungen für dieses Projekt berichten wird, können zahlreiche Zeitungsberichte mit ganz aktuellen Bezügen in den Deutschstunden Einbindung erfahren. Diese Artikel bieten natürlich auch anderen Sprachfächern (z.B. Englisch, Russisch, Französisch, Spanisch) eine völlig unkomplizierte Möglichkeit, mit diesen Texten zu arbeiten, Inhalte in andere Sprachen zu übersetzen.
VII. Fach Mathematik Bewusst wähle ich abschließend das Fach Mathematik, weil es gegenüber den genannten anderen Fächern eine gleichwertige Säule zum Projekt darstellt. a) Ich empfehle die inhaltliche Gestaltung der quadratischen Buchseiten in der Formatierung 40cmx40cm, weil es, so denke ich, eine geeignete Rastergröße für die Farbgestaltung im Kunstunterricht ist. Schülerbezogene Lieblingsthemen oder auch mathematische Themen, die sich optisch attraktiv umsetzen lassen, selbst schlichte Aufgaben zum Knobeln bis hin zu Aussagen berühmter Mathematiker zu Inhalten unserer Welt, werden in Ihrer Vielfalt bestechen. Empfehlen kann ich einen Unterrichtsgang zum Fußweg vor der Brehm-Schule in der Lobedaer Karl-Marx-Allee, der wie schon bekannt seit dem 18.9.08 mathematisch geschmückt zur Janis-Schule zu einem naturwissenschaftlichen Spaziergang einlädt. Lehrer wie Schüler unserer Schule waren selbst überrascht, wie viele Fußwegnutzer dort länger als geplant verweilen, um zu schauen, zu lesen, mitunter zu staunen und zu spontaner Kopfarbeit bereit sind. b) Im nächsten Jahr trägt unsere Stadt gemeinsam mit Weimar und Erfurt das Kopfbild Bauhaus-Jahr 2009. Unser geplantes Mathebuch auf der Stadtrodaer Straße kann, wenn gewollt, gesteuert eindrucksvoll auf diesen Bezug zum Bauhaus-Jahr verweisen, wenn z.B. gerade Schüler der oberen gymnasialen Klassen sowie Studenten der Sektionen Mathematik, auch im Bereich Lehramt, Themen zur Statik von Bauwerken durch ihre Buchseiten präsentieren. c) Aus der Vorbereitungsphase bis hin zur Ausführung und darüber hinaus lassen sich gerade im Mathematikunterricht Unmengen von Lernbezügen herstellen, die die Möglichkeit bieten, fast alle mathematischen Stoffeinheiten aktuell projektbezogenen einzuführen, zu festigen, bzw. im Rahmen der täglichen Übungen längst Vermitteltes zu reaktivieren. Diesbezüglich wird direkt nach den Herbstferien über die IGS Grete Unrein ein Internetportal unter Leitung der Kollegin Rosner eingerichtet, welches natürlich über die Grenzen unserer Stadt hinaus in Anspruch genommen werden kann, um mit aktuellen Zahlenmaterial, im Rahmen dieses Projektes, Sachaufgaben zu erarbeiten. Zugang über www.igs-jena.de ( Mathebuch 2009 ) Dieses aktuelle Zahlenmaterial stelle ich wöchentlich erweitert in Sachkenntnis des zu erarbeitenden Kostenplanes zur Verfügung. Wie z.B. - Daten zur Schnellstraße, die zur Koordinierung einzelner Stellfelder der beteiligten Schulen, entsprechend der Anzahl der mitwirkenden Akteure sich ergeben - Daten- und Kartenmaterial, die die notwendige Verkehrsumleitung beinhalten, da wie bekannt, die Stadtrodaer Straße stadtauswärts für vier Stunden komplett gesperrt werden muss, und damit notwendige Umleitungen verkehrsgerecht eingerichtet werden müssen. - Kostenkalkulationen, z.B. Abdeckelung des Rasens im Stadion, Kosten für Bühne und Technik in High-Field-Qualität, Kosten für „Laboranzüge“ die jeder Akteur am Weltrekordtag tragen wird (siehe DVD 18.9.08 in der Brehm-Schule), Reinigungskosten, Kosten für Kreide, Kosten für Absperrungen, Müllentsorgung, Komplettreinigung, sowie Kostenkalkulation für einen kompletten Begleitfilm (Anfang bis Ende – Dokumentarfilm von jenaBild) und nicht zu vergessen Kosten im Rahmen der polizeilichen Begleitschutzaktion, sowie Kosten für eingesetzte Security und vieles mehr. Durch dieses aktuelle Zahlenmaterial haben dann die Mathematiklehrer in Rückkopplung per Internet (an
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) die Möglichkeit zum angebotenen Zahlenmaterial selbst erstellte Sachaufgaben in einen Themenpool einzubinden. Dieser kann dann wieder von anderen interessierten Mathematiklehrern, bei Gefallen, aktuell in die eigene Unterrichtsarbeit involviert werden. So entsteht eine Summation von Aufgaben, die sogar bei reger Mitwirkung von Mathematiklehrern dafür sorgen kann, dass die diesjährige Vorprüfung für die Realschüler in Mathematik aus diesem Komplexpool effizient zusammengestellt werden kann. Im letzten Jahr habe ich mit dem Kollegen Großmann unserer Schule die Aufgaben zum Pflichtteil erarbeitet mit der Besonderheit, dass sich alles komplett um Jenas Basketballmannschaft ScienceCity drehte. Warum sollte nicht in diesem Schuljahr in allen Pflichtaufgaben unser Guinness-Buch-Weltrekordversuch thematisiert werden.
VIII. Abschlussbemerkungen Das Zusammenführen aller Schulformen und ebenso aller Altersklassen in ein gemeinsames Projekt trägt mit Sicherheit dazu bei, Vorurteile gegenüber anderen Schulen, egal welcher Ausprägung, abzubauen und durch die erweiterten Einblicke ein Stück mehr an ehrlicher Nähe im MITEINANDER zuzulassen. Geplant ist im Stadion das Errichten einer „Schulstraße“, mit Tafeln im Format 1,50mx2,00m, die jeder Schule die Möglichkeit bieten wird, auf dieser Fläche das eigene Schulprofil darzustellen. Dazu bekommen Sie bereits im Monat Dezember weitere Informationen, die die Details betreffen. An dieser Stelle möchte ich unterstreichen, dass ich bewusst auf die Begrifflichkeit KOMPETENZEN in meinen Ausführungen verzichtet habe, da dieser Begriff in den letzten Jahren (ist meine Sicht der Dinge) die Grenzschwelle der zulässigen Wortwiederholungen für ein Lehrerohr überschritten hat ☺
Liebe Kollegen und Kolleginnen, betrachten Sie diesen offenen Brief bitte lediglich als eine erste Anregung für dieses ehrgeizige Vorhaben. Es wäre schön, wenn weitere Ideen, von denen wir alle projektbezogen partizipieren können, per Email an
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geschickt werden. Wenn wir dieses Projekt gemeinsam engagiert mit Leben erfüllen, kann uns schon heute niemand den Erfolg unseres TUNS nehmen. Ich sage Ihnen persönlich Danke, danke und DANKE. Wir im Wir sind der WEG Jena ist eine kreative Stadt, die noch so manche Visionen der derzeitigen Grauzone entlockt, wenn wir uns unserer Gesamtenergie bewusst werden. Es grüßt Sie alle herzlich Uwe Förster, Mathematiklehrer der Regelschule Alfred Brehm und Projektleiter „Mathebuch 2009“ Sehr geehrte Schulleiter(innen), da für dieses Vorhaben jeder Kollege gebraucht wird, möchte ich Sie bitten, geeignete Formen zu finden, um das gesamte Kollegium über dieses Projekt, samt seiner Potentiale, konkret zu informieren. Nochmals Danke, danke und DANKE. |